Ein Zahnimplantat lässt sich in vielen Fällen in derselben Sitzung setzen, in der der Zahn gezogen wird. Die Bedingungen sind klar: unversehrte Wände des Zahnfachs, keine akute Entzündung und genug Knochen, damit das Implantat beim Einsetzen eine ausreichende Primärstabilität erreicht. Sind sie erfüllt, sparen Sie sich eine Operation und einige Monate Wartezeit; sind sie es nicht, ist Abwarten die bessere Entscheidung und kein Kompromiss.
Drei Möglichkeiten: Sofort-, Früh- und Spätimplantation
Nach dem Ziehen eines Zahns schrumpft der Knochen in den ersten Monaten unweigerlich. Am meisten verliert er in den ersten 3–6 Monaten, vor allem an der äußeren (Wangen-)Seite, wo die Knochenwand am dünnsten ist. Genau deshalb ist der Zeitpunkt der Implantation eine wichtige Entscheidung und nicht nur eine Terminfrage.
In meiner Praxis unterscheide ich drei Vorgehensweisen.
Sofortimplantation (am selben Tag)
Ich ziehe den Zahn so schonend wie möglich, um die Knochenwände zu erhalten, reinige das Zahnfach und setze das Implantat sofort ein. Den Spalt zwischen Implantat und Knochenwand fülle ich bei Bedarf mit Knochenersatzmaterial. Ein Eingriff, eine Heilung, Gesamtdauer bis zur endgültigen Krone 3–4 Monate.
Frühimplantation (6–8 Wochen nach der Extraktion)
Ich warte, bis sich das Zahnfleisch geschlossen und eine eventuelle Entzündung beruhigt hat, der Knochen aber noch nicht wesentlich geschrumpft ist. Eine häufige Wahl, wenn der Zahn entzündet war oder ein Teil des Zahnfleischs fehlt. Gesamtdauer 5–6 Monate.
Spätimplantation (3–6 Monate oder länger)
Das Zahnfach heilt vollständig mit Knochen aus. Das berechenbarste Vorgehen bei infizierten oder stark beschädigten Zahnfächern; der Preis dafür ist der Knochenverlust, der manchmal durch einen Sinuslift oder Knochenaufbau ersetzt werden muss. Gesamtdauer 6–9 Monate, mit Knochenaufbau auch länger.
Vergleich der Vorgehensweisen
| Sofort | Früh | Spät | |
|---|---|---|---|
| Zeitpunkt der Implantation | am selben Tag wie die Extraktion | 6–8 Wochen nach der Extraktion | 3–6 Monate nach der Extraktion |
| Zahl der chirurgischen Eingriffe | 1 | 2 | 2 (3 mit Knochenaufbau) |
| Erhalt von Knochen und Zahnfleisch | am besten | gut | schlechter, oft Knochenaufbau nötig |
| Gesamtdauer bis zur endgültigen Krone | 3–4 Monate | 5–6 Monate | 6–9 Monate |
| Voraussetzungen | unversehrte Wände, keine akute Entzündung, Stabilität ≥ 35 Ncm | geschlossenes Zahnfleisch, abgeklungene Entzündung | keine besonderen Voraussetzungen |
| Risiko eines Zahnfleischrückgangs | erfordert Erfahrung, dünnes Zahnfleisch ist besonders gefährdet | gering | gering |
| Geeignet für | Zahnfraktur, gescheiterte Wurzelbehandlung ohne akute Entzündung | entzündeter Zahn, dünnes Zahnfleisch im Frontbereich | infiziertes oder zerstörtes Zahnfach, großer Knochenverlust |
Wann eine Sofortimplantation möglich ist
Diese Entscheidung treffe ich nicht nach Gefühl. Vor dem Eingriff prüfe ich sie auf der 3D-Aufnahme, endgültig aber erst während des Eingriffs, wenn der Zahn entfernt ist und ich das Zahnfach sehe.
Bedingungen, die erfüllt sein müssen:
- Unversehrte Wände des Zahnfachs. Vor allem die dünne Außenwand muss ganz bleiben; bricht sie beim Ziehen ab, fehlt dem Implantat die Stütze und das Zahnfleisch zieht sich später zurück.
- Keine akute Entzündung. Eine chronische, ruhige Veränderung an der Wurzelspitze ist in der Regel kein Hindernis, wenn ich das Zahnfach gründlich reinige. Eine eitrige, schmerzhafte Entzündung mit Schwellung schon.
- Primärstabilität von mindestens 35 Ncm. Das ist das Drehmoment, mit dem sich das Implantat im Knochen verankert; ich messe es mit einem Instrument beim Einsetzen. Unter dieser Grenze setze ich das Implantat zwar ein, belaste es aber nicht, oder ich entscheide mich für die Frühimplantation.
- Genug Knochen jenseits der Wurzelspitze. Das Implantat muss 3–4 mm in gesunden Knochen unterhalb oder hinter dem Zahnfach reichen, um überhaupt Stabilität zu erreichen.
- Gesundes Zahnfleisch und vernünftige Mundhygiene. Raucher und Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes haben bei jedem Vorgehen mehr Komplikationen, beim sofortigen ist der Spielraum am kleinsten.
Stelle ich während des Eingriffs fest, dass die Bedingungen nicht erfüllt sind, reinige ich das Zahnfach, fülle es bei Bedarf mit Knochenersatz und setze das Implantat nach 6–8 Wochen. Das sage ich dem Patienten vorher, damit die Entscheidung während des Eingriffs keine Überraschung ist.
Sofortimplantation ist nicht dasselbe wie Sofortbelastung
Diese beiden Begriffe werden in der Werbung gern vermischt, deshalb trenne ich sie.
Sofortimplantation bedeutet, dass das Implantat am selben Tag in den Knochen kommt, an dem ich den Zahn entferne. Eine Krone darauf gibt es nicht zwingend.
Sofortbelastung bedeutet, dass ich innerhalb von 24–72 Stunden eine provisorische Krone oder Brücke auf dem Implantat befestige. Das kann ich mir nur leisten, wenn die Primärstabilität hoch genug ist, und auch dann ist die provisorische Krone so gestaltet, dass sie die Gegenzähne nicht berührt; sie dient dem Aussehen und der Formung des Zahnfleischs, nicht dem Kauen.
Der Slogan „feste Zähne in 24 Stunden“ beschreibt genau die Sofortbelastung bei All-on-4 und All-on-6: Vier oder sechs Implantate im Kiefer werden durch eine provisorische Brücke miteinander verbunden, die sie als Einheit stabilisiert. Bei einem einzelnen Implantat fehlt diese gegenseitige Abstützung, deshalb bin ich bei Einzelzähnen zurückhaltender. Mehr dazu, für wen All-on-4 geeignet ist.
Wie wir die Sofortimplantation bei Koderman planen
3D-DVT statt Raten
Vor jeder Sofortimplantation mache ich eine 3D-DVT-Aufnahme (80 €). Darauf messe ich die Dicke der äußeren Knochenwand, die Knochenmenge unterhalb der Wurzelspitze, die Lage von Nerv oder Kieferhöhle und die Neigung der Wurzel. Das klassische Panoramaröntgen zeigt das nicht; es ist zweidimensional und übersieht eine einen halben Millimeter dünne Knochenwand schlicht.
Digitaler Abdruck statt Abdruckmasse
Den Abdruck nehme ich mit einem Intraoralscanner, nicht mit Abdruckmasse. Für den Patienten ist das angenehmer, für mich genauer: Die provisorische Krone kann schon vor dem Eingriff hergestellt werden, weil ich genau weiß, wo das Implantat stehen wird.
Geführte Chirurgie, wo sie sinnvoll ist
Bei Frontzähnen und bei wenig Knochen fertigen wir aus der 3D-Aufnahme eine Bohrschablone, die das Implantat mit einer Genauigkeit unter einem Millimeter in die vorab geplante Position führt. Bei einfachen Fällen ist die Schablone nicht nötig, und ich berechne sie nicht.
Was ein „schraubenloses“ Implantat bedeutet
Der Begriff „Zahnimplantate ohne Schrauben“ taucht in Suchmaschinen auf, deshalb ist es fair, ihn zu erklären. Jedes Implantat, das wir in den Knochen setzen, ist eine Titanwurzel mit Gewinde; ohne Gewinde würde es keine Stabilität erreichen. „Schraubenlos“ bezieht sich auf die Befestigung der Krone: Die Krone kann auf dem Aufbau verschraubt sein (die Schraube liegt verdeckt unter einer Füllung auf der Kaufläche, die Krone lässt sich jederzeit abnehmen und warten) oder zementiert (ohne sichtbare Schraube, aber mit dem Risiko, dass Zementreste unter dem Zahnfleisch eine Entzündung auslösen). In meiner Praxis bevorzuge ich verschraubte Kronen gerade wegen der Wartung; zementierte wähle ich dort, wo die Implantatposition keinen verdeckten Schraubenkanal erlaubt.
Zeitlicher Ablauf je nach Vorgehen
| Schritt | Sofortimplantation | Frühimplantation | Spätimplantation |
|---|---|---|---|
| Erstuntersuchung, 3D-DVT, Planung | Tag 0 | Tag 0 | Tag 0 |
| Zahnextraktion | Tag 7–14 | Tag 7–14 | Tag 7–14 |
| Einsetzen des Implantats | am selben Tag wie die Extraktion | 6–8 Wochen später | 3–6 Monate später |
| Provisorische Krone | am selben Tag (wenn die Stabilität es erlaubt) oder nach 6–8 Wochen | beim Einsetzen oder nach der Heilung | nach der Heilung |
| Kontrolle und Fadenentfernung | nach 7–10 Tagen | nach 7–10 Tagen | nach 7–10 Tagen |
| Heilung (Osseointegration) | 3–4 Monate | 3–4 Monate | 3–4 Monate |
| Digitaler Abdruck und endgültige Krone | 3–4 Monate nach der Extraktion | 5–6 Monate nach der Extraktion | 6–9 Monate nach der Extraktion |
Die Osseointegration selbst dauert bei allen drei Vorgehensweisen etwa gleich lang. Der Unterschied liegt darin, wie viele Monate vergehen, bevor sie überhaupt beginnt.
Ein Fall aus der Praxis
Eine 41-jährige Patientin hatte sich bei einem Fahrradsturz einen oberen Schneidezahn unterhalb des Zahnfleischrands abgebrochen. Der Zahn war nicht zu retten, eine Entzündung lag nicht vor. Auf der 3D-Aufnahme maß ich eine 1,2 mm dicke äußere Knochenwand und etwa 6 mm Knochen oberhalb der Wurzelspitze.
Am selben Tag entfernte ich den Zahn vorsichtig, setzte ein Implantat von Sweden & Martina, erreichte eine Stabilität von 45 Ncm und füllte den Spalt zur Außenwand mit Knochenersatz. Die vorab gefertigte provisorische Krone wurde noch am selben Nachmittag eingesetzt, außerhalb des Bisses. Die Patientin verließ die Praxis mit einem Zahn und nicht mit einer Lücke.
Nach drei Monaten nahm ich den digitalen Abdruck, zwei Wochen später verschraubte ich die endgültige Zirkonkrone. Das Zahnfleisch hat seine Form behalten, die Nachbarzähne sind unberührt. Insgesamt: zwei chirurgische Termine weniger als beim späten Vorgehen und eine um ein halbes Jahr kürzere Behandlung.
Nicht jeder Fall verläuft so. Bricht die Außenwand beim Ziehen ab, entscheide ich anders, und der Patient weiß das vorher.
Was die Sofortimplantation kostet
Das Implantat selbst kostet bei der Sofortimplantation nicht mehr als bei der späten. Was sich ändert, ist die Zahl der Termine und manchmal der Bedarf an Knochenersatz.
| Position | Preis |
|---|---|
| Erstuntersuchung mit Panoramaröntgen / mit 3D-DVT | 50 € / 80 € |
| Zahnextraktion | 60–120 € |
| Zahnimplantat Sweden & Martina | ab 650 € |
| Provisorische Krone (falls eingesetzt) | 150–250 € |
| Knochenaufbau am Implantat (falls nötig) | 250–800 € |
| Endgültige Keramikkrone auf dem Implantat | 250–390 € |
Für einen Frontzahn mit provisorischer und endgültiger Krone bewegen Sie sich also realistisch zwischen etwa 1.100 € und 1.500 €, je nachdem, ob Knochenersatz nötig ist. Die endgültige Krone fertigt unser Prothetiklabor (Zahnprothetik). Eine ausführliche Preisübersicht finden Sie im Artikel Was Zahnimplantate in Ptuj kosten.
Einige praktische Hinweise:
- Die slowenische Krankenkasse ZZZS übernimmt keine Implantate (Einzelheiten); die Behandlung wird selbst bezahlt, eine zinsfreie Ratenzahlung über Leanpay bis 24 Monate ist möglich.
- Ein Teil der Kosten für Gesundheitsleistungen kann in Slowenien unter einen besonderen Steuerfreibetrag fallen; prüfen Sie die Bedingungen bei der FURS oder Ihrem Steuerberater und bewahren Sie die Rechnungen auf.
- Für den Implantatkörper gilt die lebenslange Herstellergarantie. Wächst das Implantat in den ersten 6 Monaten nicht ein, setze ich kostenlos ein neues (Garantiebedingungen).
- Wartelisten haben wir keine; ein Termin ist in der Regel innerhalb von 7–14 Tagen frei.
Häufige Fragen
Tut die Sofortimplantation mehr weh als eine normale Extraktion?
Nein. Der Eingriff findet in derselben örtlichen Betäubung statt wie die Extraktion und dauert 20–30 Minuten länger. Schwellung und Empfindlichkeit in den ersten 2–3 Tagen sind mit der Extraktion selbst vergleichbar, gewöhnliche Schmerzmittel reichen aus. Mehr über Schmerzen bei Eingriffen.
Ist eine Sofortimplantation auch bei einem Backenzahn möglich?
Oft ja. Ein Backenzahn hat zwei oder drei Wurzeln, das Zahnfach passt also nicht zur Form des Implantats; ich verwende ein breiteres Implantat, das sich im Knochensteg zwischen den Wurzeln verankert, und fülle die Spalten mit Knochenersatz. Fehlt der Steg oder ist zur Kieferhöhle hin zu wenig Knochen vorhanden, warte ich 6–8 Wochen.
Was, wenn das Zahnfach infiziert ist?
Bei einer akuten eitrigen Entzündung setze ich kein Implantat. Ich entferne den Zahn, reinige das Zahnfach gründlich, verschreibe bei Bedarf ein Antibiotikum und setze das Implantat nach 6–8 Wochen, wenn sich das Gewebe beruhigt hat. Eine ruhige chronische Veränderung an der Wurzelspitze ist in der Regel kein Hindernis.
Wie lange darf ich mit dem neuen Implantat nicht beißen?
6–8 Wochen empfehle ich weiche Kost auf dieser Seite und kein Abbeißen oder Zerbeißen mit dem betroffenen Zahn, auch wenn er eine provisorische Krone trägt. Die volle Kaubelastung trägt erst die endgültige Krone nach 3–4 Monaten.
Kann ich das Implantat am selben Tag bekommen, an dem ich zur Erstuntersuchung komme?
In der Regel nicht. Bei der Erstuntersuchung mache ich die 3D-Aufnahme und den Plan, der Eingriff findet beim nächsten Termin statt, meist innerhalb von 7–14 Tagen. Bei einem Zahnbruch, wenn es dringend ist, können wir den Termin vorziehen; rufen Sie an.
Sieht man während der Heilung eine Lücke?
Bei Frontzähnen normalerweise nicht. Erlaubt es die Stabilität, setze ich die provisorische Krone noch am selben Tag ein; wenn nicht, fertige ich ein herausnehmbares Provisorium oder einen an die Nachbarzähne geklebten provisorischen Zahn.
Vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch
Ob eine Sofortimplantation bei Ihnen möglich ist, sage ich Ihnen nach einer Untersuchung mit 3D-Aufnahme (80 €), bei der ich den Knochen vermesse und Ihnen alle drei Möglichkeiten mit Preisen vorstelle. Der Behandlungsplan ist unverbindlich; Patienten aus dem Ausland können über das Formular eine kostenlose Kostenschätzung aus der Ferne anfordern.
- Telefon: +386 51 452 627
- E-Mail: info@koderman.eu
- Adresse: Hreničeva ulica 3, 2250 Ptuj
- Öffnungszeiten: Mo 9–16, Di–Fr 9–15
Autor: Dr. Antonio Koderman, dr. dent. med. & msc of implantology — Spezialist für Implantologie, Implantološki center Koderman, Ptuj.



